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„Ich habe, wer hat?“ im Unterricht

Spielablauf, Varianten und praktische Tipps

Hinweis: Einige der dargestellten Unterrichtssituationen sind beispielhafte, KI-generierte oder KI-bearbeitete Visualisierungen.

Du möchtest am Ende der Stunde noch einmal die wichtigsten Begriffe wiederholen. Möglichst mit der ganzen Klasse. Und möglichst so, dass nicht wieder dieselben drei Schüler antworten, während der Rest schon einmal vorsorglich die Federmappe einpackt.

Für solche Momente mag ich „Ich habe, wer hat?“ besonders gern. Einige meiner Spiele findest Du unter dem Namen „Wer hat, der hat?“. Dahinter steckt dieselbe einfache Idee: Jeder hat eine Karte, und gemeinsam bringt die Klasse eine Frage-Antwort-Kette zum Laufen.

Was ich dabei immer wieder erlebe: Es kommt Ruhe in die Gruppe. Die Schüler schauen auf ihre Karten, hören zu und möchten ihren Einsatz nicht verpassen. Auch die Antworten der anderen bleiben interessant. Dieses gemeinsame Aufpassen macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.

Besonders gern nutze ich das Spiel zum Stundenende oder als Einstieg in die Folgestunde. Bereits behandelte Inhalte kommen noch einmal zur Sprache, ohne dass dafür ein neues Arbeitsblatt nötig ist.

Mit der Zeit gehören zu so einem Spiel natürlich auch ein paar praktische Fragen: Wohin mit den übrigen Karten? Was hilft, wenn die Kette stockt? Und wie bleibt der Satz bis zur nächsten Runde vollständig?

Hier teile ich mit Dir den Ablauf, verschiedene Einsatzideen und die kleinen Organisationshilfen, die mir die Vorbereitung erleichtern. Der beschriftete Briefumschlag hat dabei durchaus seinen Auftritt. Manchmal sind die unscheinbaren Dinge im Schulalltag eben besonders nützlich.

1. Was ist „Wer hat, der hat?“?

Die Schüler bilden mit ihren Karten eine zusammenhängende Frage-Antwort-Kette. Auf einer typischen Karte stehen zwei Dinge:

  • Eine Antwort als Fachbegriff oder als Bild.
  • Eine Frage, die zur Antwort auf einer anderen Karte führt.

 

Die Startkarte gibt den Anfang vor. Der Schüler mit dieser Karte liest die erste Frage vor. Wer die passende Antwort hat, antwortet und stellt anschließend die Frage auf seiner eigenen Karte. So geht es weiter bis zur Endkarte. Bei einer geschlossenen Kette führt die letzte Frage wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Mit Laborgeräten könnte das beispielsweise so klingen:

„Wer hat den Messzylinder?“

„Ich habe den Messzylinder. Wer hat das Becherglas?“

Jetzt ist der Schüler mit dem Becherglas gefragt. Die Reihenfolge ergibt sich aus den Karten, unabhängig von der Sitzordnung. Es lohnt sich also, genau hinzuhören.

Das Prinzip passt zu vielen Themen, etwa zu Laborgeräten, Zahlen oder Wortschatz. Ist der Ablauf einmal vertraut, kann die Klasse ihn auch mit anderen Inhalten nutzen.

Drei Hände halten „Ich habe, wer hat?“-Karten zu Laborgeräten: Startkarte, Reagenzglas und Reagenzglasständer.
KI-generierte Beispielabbildung

2. So funktioniert das Spiel Schritt für Schritt

Die erste Runde braucht ein wenig Erklärung. Danach werden die Abläufe vertrauter, und der vorbereitete Kartensatz kann immer wieder zum Einsatz kommen.

Karten vorbereiten, die länger halten

Dickeres Papier oder Laminieren machen die Karten haltbarer. Das lohnt sich besonders, wenn Du sie in mehreren Klassen oder über längere Zeit verwenden möchtest.

Beim Ausschneiden kann ein Plotter helfen, sofern die Datei dafür passend vorbereitet ist. Mit der Schere geht es natürlich ebenso.

Mein Zeitspar-Tipp:

Die Karten sind fertig, die Klasse sitzt bereit, und die beiden Zahlen passen nicht zusammen. Zum Glück braucht es dafür keinen neuen Kartensatz.

Ich übernehme gelegentlich selbst eine Karte. Die übrigen verteile ich zusätzlich auf die Schüler, sodass einzelne zwei oder mehr Karten erhalten. Nebeneinander auf dem Tisch bleiben sie gut im Blick.

Sind mehr Schüler als Karten vorhanden, können zwei gemeinsam eine Karte übernehmen. Einer antwortet, der andere liest die nächste Frage vor. Beide überlegen mit.

Der vollständige Kartensatz bleibt dabei im Spiel. Jede Karte liefert eine Verbindung, die für die Kette gebraucht wird.

Karten verteilen: Nicht jede Klassengröße passt zum Kartensatz

Die Karten sind fertig, die Klasse sitzt bereit, und die beiden Zahlen passen nicht zusammen. Zum Glück braucht es dafür keinen neuen Kartensatz.

Ich übernehme gelegentlich selbst eine Karte. Die übrigen verteile ich zusätzlich auf die Schüler, sodass einzelne zwei oder mehr Karten erhalten. Nebeneinander auf dem Tisch bleiben sie gut im Blick.

Sind mehr Schüler als Karten vorhanden, können zwei gemeinsam eine Karte übernehmen. Einer antwortet, der andere liest die nächste Frage vor. Beide überlegen mit.

Der vollständige Kartensatz bleibt dabei im Spiel. Jede Karte liefert eine Verbindung, die für die Kette gebraucht wird.

Vor dem Start: Erst lesen, dann loslegen

Eine kurze Lesezeit gibt den Schülern Gelegenheit, sich mit ihren Karten vertraut zu machen. Auch eine unsichere Aussprache lässt sich jetzt noch in Ruhe klären. Das ist angenehmer, als erst während der Runde vor einem unbekannten Wort zu sitzen.

Für den gemeinsamen Ablauf reichen wenige Vereinbarungen:

  • Wir hören zu, solange jemand spricht.
  • Wer die passende Antwort hat, antwortet laut und deutlich.
  • Danach folgt die nächste Frage.
  • Jeder bekommt Zeit zum Nachdenken.

 

Wenn die Klasse das Spiel noch nicht kennt, macht ein kurzer Probedurchgang mit wenigen Karten das Prinzip anschaulich. Oft fällt der Groschen beim Mitmachen ganz von allein.

Die Startkarte eröffnet die Runde

Der Schüler mit der Startkarte liest die erste Frage vor. Die passende Antwort folgt, danach die nächste Frage. Du begleitest die Runde und hilfst, wenn jemand Unterstützung braucht.

Eine kleine Pause ist dabei völlig in Ordnung. Manchmal wird die passende Karte erst auf den zweiten Blick erkannt. Nicht jede Denkpause muss sofort mit einer Lösung aus der hintersten Reihe gefüllt werden. Auch wenn sie dort offenbar dringend herausmöchte.

Kurz nachbesprechen: Was war noch schwierig?

Nach der letzten Karte ist Platz für einen kurzen Rückblick. Vielleicht gab es einen Begriff, der noch unklar war, oder zwei Geräte wurden verwechselt. Diese Stelle lässt sich jetzt gemeinsam aufgreifen.

Und wenn alles gut lief, darf auch genau das die Rückmeldung sein: „Ihr habt aufmerksam zugehört und Eure Einsätze im Blick behalten. Das hat richtig gut geklappt!“

Nach dem Spiel ist vor dem nächsten Einsatz

Mein Orga-Tipp:

Ich bewahre die Karten in beschrifteten Briefumschlägen auf. Darauf stehen Klassenstufe, Thema, Spielart und die Anzahl der Karten.

Ein Schüler übernimmt das Einsammeln, zählt nach und verstaut den vollständigen Satz wieder im Umschlag. Fehlt etwas, können wir direkt danach suchen, solange noch alle im Raum sind.

Das ist keine besonders aufregende Organisationsidee. Aber beim nächsten Einsatz ist alles griffbereit. Und darüber freut man sich im Schulalltag doch erstaunlich oft.

Beschrifteter Briefumschlag mit Spielkarten: Klasse 7, Laborgeräte 3, „Ich habe, wer hat“, Anzahl der Karten: 32.
„KI-generierte Beispielabbildung.“

3. Welche Lernziele kannst Du mit dem Spiel erreichen?

Vielleicht sollen die Namen der Laborgeräte sicherer sitzen. Vielleicht geht es um Zahlwörter oder einen neuen Wortschatz. Ein konkreter Schwerpunkt hilft bei der Auswahl der Karten und macht die Runde für Deine Planung überschaubar.

Wissen abrufen und Begriffe zuordnen

Die Frage liefert den Anlass, etwas bereits Gelerntes wieder hervorzuholen. Dabei verändert die Kartengestaltung die Anforderung: Ein aufgedruckter Begriff kann abgelesen werden. Bei einem unbeschrifteten Bild müssen die Schüler den Namen selbst nennen können.

Wiedererkennen, Benennen und Erklären bauen auf unterschiedlichen Fähigkeiten auf. Deshalb kann derselbe Themenbereich mit verschiedenen Kartenversionen auch über längere Zeit interessant bleiben.

Fachsprache laut verwenden

Schüler spielen ein kooperatives Kartenspiel zu Laborgeräten und üben Fachbegriffe im Chemieunterricht der Klasse 7–9
Bildunterschrift „KI-generierte Beispielszene – keine Aufnahme aus meinem Unterricht.“

Manche Schüler wissen genau, welches Gerät sie brauchen. Nur der Name fehlt noch.

„Das Glasding da“ ist im Chemieraum allerdings eine recht großzügige Beschreibung.

Im Spiel werden die Fachbegriffe gehört, ausgesprochen und mit einer Abbildung oder Beschreibung verbunden. Der vertraute Satzanfang „Ich habe …“ gibt dabei Orientierung. Und ein Wort, das noch schwer über die Lippen geht, darf natürlich gemeinsam geübt werden.

Genau zuhören und passend reagieren

Zur eigenen Antwort gehört immer die Frage eines anderen. Die Schüler hören aufeinander und vergleichen das Gehörte mit ihren Karten. Gleichzeitig üben sie, verständlich zu sprechen und einander ausreden zu lassen.

Mir gefällt daran besonders, dass jeder einen Beitrag zum gemeinsamen Ablauf hat. Die Kette kommt durch die Klasse in Gang.

Vom richtigen Begriff zum Verständnis

Wenn Du über das Benennen hinausgehen möchtest, kann eine kurze Nachfrage helfen: „Wofür verwendest Du das Gerät?“ oder „Woran hast Du es erkannt?“

Das passt auch in die Nachbesprechung. So bleibt die Spielrunde flüssig, und ein ausgewählter Inhalt bekommt anschließend noch etwas mehr Raum.

Mein Planungstipp:

Nimm Dir für eine Runde ein überschaubares Lernziel vor. Zum Beispiel: „Die Schüler benennen die abgebildeten Laborgeräte korrekt.“ Beim nächsten Einsatz kannst Du einen Schritt weitergehen und ihre Verwendung erklären lassen.

4. Von Zahlen bis Laborgeräten: Ideen für verschiedene Fächer

Zahlenspiel als Product und verlinken!

Spielkarte aus Ich habe, wer hat? Gemüse zur Wortschatzarbeit und Sprachförderung in Deutsch, DaZ und DaF
KI-bearbeitet: Hintergrund KI-generiert

Ein vertrauter Spielablauf lässt sich mit ganz unterschiedlichen Themen füllen. Vielleicht findest Du hier schon eine Idee für Deine nächste Wiederholung:

 

  • Mathematik: Zahlen und Zahlwörter verbinden oder Rechenaufgaben lösen. Für das Üben von Zahlen gibt es meine „Ich habe, wer hat?“-Karten im Zahlenraum 0–30.

 

 

  • Biologie und Sachunterricht: Tiere anhand von Merkmalen erkennen oder Organe ihren Aufgaben zuordnen.

 

Für die Kartenkette eignen sich Fragen mit einer eindeutigen Antwort. Offenere Fragen können anschließend ins gemeinsame Gespräch führen.

5. Einstieg, Übungsphase oder Abschluss: Wann passt das Spiel?

Für mich hat das Spiel besonders zum Stundenende und zu Beginn der Folgestunde seinen Platz. Je nach Thema lässt es sich aber auch gut zwischen Erarbeitung und Anwendung einschieben.

Zum Einstieg: Was wissen wir noch?

Ich nutze die Runde gern, um Inhalte aus der vorherigen Stunde wieder aufzugreifen. Die Schüler sind direkt beim Thema, und ich bekomme nebenbei einen Eindruck davon, welche Begriffe schon vertraut sind.

Nach einer Einführung der Laborgeräte kommen ihre Namen beispielsweise noch einmal ins Gedächtnis, bevor die Klasse damit arbeitet. Ein gemeinsamer Anknüpfungspunkt für die neue Stunde.

In der Übungsphase: Gelerntes festigen

Nach einer Erarbeitung ist häufig noch etwas Übung nötig. Das Spiel bietet dafür einen Wechsel der Arbeitsform: Die Schüler hören, ordnen zu und sprechen selbst.

Wenn die Inhalte noch nicht ganz sicher sitzen, geben eine Wortliste, Bilder oder eine kurze Vorbereitung mit einem Partner zusätzlichen Halt.

Zum Stundenende: Gemeinsam wiederholen

Besonders gern nutze ich das Spiel zum Stundenende. Die wichtigsten Begriffe kommen noch einmal zur Sprache, alle haben ihren Einsatz, und wir schließen die Stunde gemeinsam ab. Gerade diese Aufmerksamkeit bis zur letzten Karte mag ich an dem Spiel.

Ein bisschen Platz braucht die Runde allerdings: fürs Verteilen, Spielen und anschließende Einsammeln. Sonst meldet sich mitten in der schönsten Frage-Antwort-Kette die Schulklingel zu Wort.

Damit Du danach nicht allein die letzten Karten zusammensuchst, kann der Einsammeldienst schon vor dem Start feststehen. Eine kleine Absprache, die den Stundenabschluss auch für Dich angenehmer macht.

Mein Tipp für Dich:

Lege bereits vor Spielstart fest, wer anschließend die Karten zählt. Dann bleibt am Ende mehr Zeit fürs Wiederholen und Du bleibst nicht auf dieser Aufgabe am Stundenende alleine sitzen ;o).

Vor einer praktischen Aufgabe: Wissen bereithalten

Vor einem Experiment kann eine Runde zu Laborgeräten die passenden Begriffe noch einmal bereitstellen. Die Schüler kennen dann bereits die Namen der Dinge, die sie gleich benötigen.

Die Einweisung in den konkreten Versuch und die dazugehörigen Sicherheitshinweise kommen selbstverständlich hinzu.

6. Gleiche Spielidee, neue Möglichkeiten: Varianten für Deinen Unterricht

Wenn der Ablauf vertraut ist, lässt sich mit denselben Karten auch anders arbeiten. Nicht jede Variante muss zu Deiner Klasse passen. Vielleicht ist aber eine dabei, die Du gern ausprobieren möchtest.

In Kleingruppen spielen

Jede Gruppe erhält einen vollständigen Kartensatz. Dadurch hat jeder Schüler mehrere Karten und ist häufiger an der Reihe. Gleichzeitig gibt es mehr Antworten im Blick zu behalten.

Das passt besonders zu Schülern, die mit den Inhalten schon sicher umgehen. Bei umfangreichen Kartensätzen kann die gemeinsame Klassenrunde übersichtlicher bleiben.

Dadurch ist jeder häufiger an der Reihe, muss aber auch mehr Antworten im Blick behalten. Achte deshalb darauf, dass die Kartenmenge für Deine Schüler überschaubar bleibt.

Gemeinsam eine Kartenkette legen

In Partnerarbeit oder an einer Station können die Schüler die Karten offen auslegen. Von der Startkarte aus suchen sie jeweils die nächste passende Karte, lesen vor und legen die Kette.

Hier gibt es Zeit zum gemeinsamen Überlegen und Vergleichen. Das Zuhören in der großen Runde rückt dafür in den Hintergrund.

Antworten kurz begründen

Eine zusätzliche Erklärung kann den Anspruch erhöhen: „Ich habe den Messzylinder. Damit messe ich das Volumen einer Flüssigkeit.“

Einzelne ausgewählte Karten reichen dafür aus. Aus der ganzen Spielrunde muss keine mündliche Prüfung werden.

Noch eine Runde? Karten neu mischen und verteilen

Für den zweiten Durchgang werden die Karten eingesammelt, gründlich gemischt und neu verteilt. Die Reihenfolge der Kette bleibt gleich, die Zuständigkeiten verändern sich.

Wer eben noch auf das Becherglas gewartet hat, muss nun vielleicht den Messzylinder erkennen. Derselbe Kartensatz bekommt damit eine neue Aufgabe für den Einzelnen.

Gemeinsam gegen die Zeit spielen

Wenn die Klasse Freude daran hat und der Ablauf sicher sitzt, kann die Zeit einer Runde gemessen werden. Im nächsten Durchgang versucht die Gruppe, gemeinsam flüssiger zu spielen.

Verständliche und richtige Antworten gehen dabei vor Tempo. Mit etwas Geduld füreinander bleibt es eine gemeinsame Herausforderung. Wenn die Stoppuhr mehr Unruhe als Freude bringt, bleibt sie einfach aus.

7. Nicht alle starten gleich: So kannst Du differenzieren

Manche Schüler benennen ein Laborgerät sofort und erklären gleich noch seine Verwendung. Andere brauchen das Bild, den Begriff oder etwas Bedenkzeit. Solche Unterschiede kennst Du vermutlich innerhalb einer Klasse genauso wie zwischen verschiedenen Lerngruppen.

Den passenden Schwierigkeitsgrad wählen

Bild und Begriff zusammen geben mehr Orientierung. Ein Bild ohne Beschriftung fordert dazu auf, den Namen selbst abzurufen. Bei einer Beschreibung kommen das Verstehen von Merkmalen oder Funktionen und die passende Zuordnung hinzu.

Mein Spiel „Wer hat, der hat? – Laborgeräte Chemie 3“ bietet drei Differenzierungsstufen. Damit kannst Du für die jeweilige Lerngruppe eine passende Version auswählen und später an denselben Inhalten weiterarbeiten.


1. Version: Bild und Text

2. Version: oben Bild, unten Text

3. Version: nur Bilder

Innerhalb der Klasse gezielt unterstützen

In der gemeinsamen Klassenrunde dient das Spiel zur Wiederholung und Festigung bereits erarbeiteter Inhalte. Die Schüler sollten die Begriffe vorher kennengelernt haben, damit sie ihre Antworten zuordnen können und die Kette gut läuft.

Für mein Spiel „Wer hat, der hat? – Laborgeräte Chemie 1“ kannst Du die Geräte beispielsweise zunächst mit einer passenden Laborgeräte-Wissenskartei erarbeiten lassen. Anschließend bietet sich das Laborgeräte-Domino zum Üben an. So gehen die Schüler vorbereitet in die große Spielrunde.

Auch dann benötigen manche noch etwas Unterstützung. Gib ihnen vor dem Start Zeit, ihre Karte in Ruhe zu lesen oder die Aussprache mit einem Partner zu üben. Eine Wortliste oder eine bebilderte Übersicht kann während des Spiels zusätzliche Sicherheit geben. Bei Bedarf übernehmen zwei Schüler gemeinsam eine Karte.

Zusätzliche Karten kannst Du Schülern geben, die mehrere Fragen und Antworten sicher im Blick behalten. Das fordert vor allem ihre Aufmerksamkeit. Eine fachliche Steigerung entsteht erst durch anspruchsvollere Aufgaben oder ergänzende Fragen.

Eine Wortliste oder eine bebilderte Übersicht kann während der Runde zusätzliche Sicherheit geben. Wer Unterstützung benötigt, kann außerdem gemeinsam mit einem Partner eine Karte übernehmen.

Zusätzliche Karten kannst Du Schülern geben, die mehrere Fragen und Antworten sicher im Blick behalten. Das erhöht allerdings vor allem die Anforderung an die Aufmerksamkeit, nicht automatisch die fachliche Schwierigkeit.

Zwei herbstliche „Ich habe, wer hat?“-Karten mit den Zahlen 21 und 20 sowie Zahlwörtern mit und ohne farbige Silbenschrift.
Differenziertes Spiel: mit oder ohne Silbenschrift

Mit einer einfachen Version starten und den Anspruch steigern

Beginne mit einer einfachen Kartenversion, mit der Deine Klasse die bereits erarbeiteten Inhalte wiederholen kann. Wenn die Zuordnungen sicher gelingen, setzt Du in einer späteren Runde eine anspruchsvollere Version ein.

So bleibt der Spielablauf vertraut, während die fachlichen Anforderungen wachsen. Die verschiedenen Kartenversionen werden dabei jeweils als vollständiger Satz gespielt.

Für die Profis darf es anschließend etwas kniffliger werden: Sie können in einer Kleingruppe eine weitere Runde mit einem schwierigeren Kartensatz spielen. Oder sie ergänzen Erklärungen zu ihren Antworten. So entwickelt sich das Spiel mit dem Lernstand weiter.

Mehr Herausforderung durch eine Zusatzfrage

Wer die Begriffe bereits sicher beherrscht, kann seine Antwort ergänzen: Wofür wird das Gerät verwendet? Woran lässt es sich erkennen? 

Solche Zusatzfragen kannst Du gezielt in der Nachbesprechung stellen. So bleibt die gemeinsame Spielrunde überschaubar, während einzelne Schüler fachlich einen Schritt weitergehen.

Entscheidend ist, dass jeder mitdenken und seinen Beitrag leisten kann. Dafür brauchen nicht alle dieselbe Unterstützung.

8. Was das Spiel leisten kann und wo seine Grenzen liegen

Was ich besonders schätze, ist die Aufmerksamkeit während der Runde. Die Schüler möchten ihren Einsatz erkennen und auch mitbekommen, was die anderen antworten. Meiner Erfahrung nach lässt das Interesse bei diesem kurzweiligen Ablauf nur selten nach.

Gemeinsam wiederholen und dranbleiben

Die Klasse verfolgt ein gemeinsames Ziel: die vollständige Kette zu schaffen. Begriffe kommen wieder zur Sprache, und jeder trägt etwas bei.

Für die Vorbereitung ist angenehm, dass der Kartensatz mehrfach genutzt werden kann. Einmal vorbereitet und ordentlich verstaut, steht er für weitere Wiederholungen bereit.

Eine gelungene Runde richtig einordnen

Über eine flüssige Runde dürfen sich alle freuen. Ob jeder auch die Inhalte auf den Karten der anderen sicher beherrscht, lässt sich daraus allein noch nicht ablesen.

Wenn Du dazu einen genaueren Eindruck brauchst, kann eine kurze individuelle Aufgabe folgen. Für eine gemeinsame Wiederholung muss daraus aber nicht jedes Mal eine zusätzliche Überprüfung werden.

Zeit und Sicherheit geben

Manchmal sitzt die fachliche Antwort schon, während das Vorlesen noch Mühe macht. Eine kleine Pause, ein Partner oder ein gemeinsam geübter Begriff können dann helfen.

Die große Klassenrunde eignet sich deshalb besonders für bereits erarbeitete Inhalte. Mit dieser Grundlage darf das Wiederholen Freude machen, auch wenn nicht jede Antwort sofort kommt.

9. Wenn die Kette stockt: Lösungen für typische Stolperstellen

Die Frage ist vorgelesen. Alle schauen auf ihre Karten. Und dann passiert erst einmal nichts.

Das gehört gelegentlich dazu. Meist reicht ein kleiner Hinweis, und die Runde findet wieder ihren Rhythmus.

Niemand fühlt sich angesprochen

Oft hilft es, die Frage noch einmal langsam vorzulesen. Besonders bei mehreren Karten wird die passende Antwort schon einmal übersehen.

Ein Hinweis auf die gesuchte Eigenschaft kann weiterhelfen: „Mit diesem Gerät messen wir das Volumen einer Flüssigkeit.“ Bleibt es still, lohnt sich ein Blick darauf, ob wirklich alle Karten verteilt sind.

Eine Antwort passt nicht

Ein freundliches „Schauen wir noch einmal auf die Frage“ gibt Gelegenheit, die eigene Antwort zu überprüfen, bevor die Kette weiterläuft.

Bei einer Verwechslung kann das entscheidende Merkmal kurz gemeinsam geklärt werden. Danach geht es mit der passenden Karte weiter.

Andere rufen die Lösung dazwischen

Die Antwort ist schon gefunden, nur leider von jemandem, der gerade nicht an der Reihe ist. Hier hilft die Erinnerung, dem Schüler mit der passenden Karte etwas Zeit zu lassen.

Unterstützung bleibt willkommen. Ein vereinbartes Zeichen macht deutlich, wann ein Hinweis gebraucht wird. So kann jemand helfen, ohne die Antwort gleich zu übernehmen.

Eine Karte fehlt

Vielleicht steckt sie noch im Umschlag oder ist auf einem Tisch liegen geblieben. Falls sie nicht auftaucht, lassen sich die fehlende Antwort und die nächste Frage anhand der Originaldatei oder einer Lösungsübersicht übernehmen.

Vor dem nächsten Einsatz wird die Karte ersetzt. Genau für solche Fälle ist die Kartenanzahl auf meinem Umschlag so praktisch: einmal nachzählen, und wir wissen, ob der Satz vollständig ist.

10. Damit mehr hängen bleibt: Vom Spielen zum Weiterlernen

Die letzte Karte ist vorgelesen, die Kette geschafft. Manchmal ist das ein schöner Abschluss. Manchmal ergibt sich daraus noch eine Frage, an der sich weiterdenken lässt.

Vom Benennen zum Anwenden

Nach einer Runde mit Laborgeräten könnte die nächste Aufgabe lauten: „Du möchtest 25 Milliliter Wasser abmessen. Welches Gerät wählst Du dafür?“

So bekommt der geübte Begriff einen konkreten Zusammenhang. Bei einem Wortschatzspiel können ausgewählte Wörter in eigenen Sätzen verwendet werden.

Unsichere Begriffe noch einmal aufgreifen

Die Stellen, an denen die Runde stockt, geben Hinweise für die weitere Arbeit. Vielleicht reicht ein Blick auf eine passende Wissenskarte oder der Vergleich zweier Geräte, um eine Verwechslung zu klären.

Dafür braucht es nicht immer eine weitere vollständige Runde. Manchmal ist genau dieser kleine Inhalt der passende nächste Schritt.

Eigene Fragen und Karten entwickeln

Wenn das Thema sicher sitzt, können die Schüler selbst eine kleine Kartenkette gestalten: Fragen und Antworten sammeln, sinnvoll verknüpfen und Start sowie Ende ergänzen.

Eine andere Gruppe übernimmt anschließend den Probedurchlauf. Dabei wird sichtbar, ob die Fragen eindeutig sind und alle Verbindungen stimmen.

Das ist eine mögliche Vertiefung. An einem anderen Tag passen ein gemeinsames Lob und das Einsammeln der Karten genauso gut zum Stundenende.

11. Deine kurze Checkliste vor der ersten Spielrunde

Damit Du vor dem Start nicht den ganzen Artikel im Kopf durchgehen musst, findest Du hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

Alles bereit? Dann darf die Startkarte ihren Einsatz haben.

12. Häufige Fragen zu „Ich habe, wer hat?“ im Unterricht

Kann ich das Spiel zur Einführung eines neuen Themas nutzen?

Für die gemeinsame Klassenrunde empfehle ich es zur Wiederholung und Festigung. Die Begriffe sollten vorher erarbeitet werden, bei Laborgeräten beispielsweise mit einer Wissenskartei und anschließendem Üben. So können die Schüler mit vertrauten Inhalten in die Runde starten.

Beide Namen werden hier für das beschriebene Frage-Antwort-Spiel verwendet. Einige meiner Materialien heißen „Wer hat, der hat?“. Sie folgen dem Prinzip „Ich habe, wer hat?“.

Überzählige Karten können zusätzlich verteilt werden; gelegentlich übernehme ich selbst eine. Sind mehr Schüler als Karten da, können zwei gemeinsam eine Karte spielen. Der vollständige Kartensatz bleibt dabei erhalten.

Entscheidend ist, dass der vollständige Kartensatz im Spiel bleibt.

Das hängt von Kartenanzahl, Schwierigkeit und Vertrautheit mit dem Ablauf ab. Die erste Runde braucht meist mehr Zeit zum Erklären und Lesen. Danach lässt sich der Bedarf Deiner Klasse besser einschätzen, einschließlich Verteilen und Einsammeln.

Mehrfach, gern auch mit Abstand über mehrere Stunden hinweg. Durch Mischen und Neuverteilen bekommen die Schüler andere Aufgaben. Wenn die Inhalte sicher sitzen, kann eine anspruchsvollere Version oder eine ergänzende Erklärung folgen.

Sitzen die Inhalte sicher, kannst Du zu einer anspruchsvolleren Version wechseln oder einzelne Antworten erklären lassen. So bekommt die nächste Runde einen passenden neuen Schwerpunkt.

13. Kleine Karten, gut durchdachter Unterricht

Was ich an diesem Spiel mag, lässt sich eigentlich ganz einfach sagen: Die Klasse hört einander zu, die Begriffe kommen noch einmal zur Sprache, und jeder hat seinen Einsatz.

Dafür braucht es etwas Vorbereitung. Danach kann derselbe Kartensatz immer wieder aus dem Umschlag kommen, zum Stundenende oder als gemeinsamer Start in die nächste Stunde. Solche Materialien habe ich gern griffbereit.

Wenn Du die Karten nicht selbst entwickeln möchtest, findest Du in meinen Materialien vorbereitete Spiele zu Laborgeräten, Zahlen und Gemüse. Je nach Material stehen unterschiedliche Schwierigkeitsstufen zur Verfügung. Vielleicht ist der passende Satz für Deine nächste Wiederholung schon dabei.

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Und wenn die letzte Antwort gesprochen ist, darf die Klasse sich über die geschaffte Runde freuen. Ein kurzes „Das hat heute gut geklappt!“ gehört für mich genauso dazu wie der Umschlag, in dem die Karten anschließend auf ihren nächsten Einsatz warten.

Deine Heike

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