Einen Schulhund einführen: Start, Regeln & Genehmigung

Einen Schulhund einführen bedeutet weit mehr, als einen Hund mit in die Schule zu bringen.
Einen Schulhund in die Schule zu holen, ist kein spontaner Entschluss und kein Projekt für „nebenbei“.

Bevor ein Hund den Klassenraum betritt, braucht es klare Genehmigungen, gut durchdachte Regeln und vor allem eines: Zeit zur Vorbereitung – für den Hund, für die Schüler und für die Schule als Ganzes.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie viele Fragen, Unsicherheiten und organisatorische Schritte mit dem Start eines Schulhundes verbunden sind. Genau deshalb möchte diese Seite Orientierung geben: praxisnah, ehrlich und ohne Idealbilder.

Sie richtet sich an pädagogische Fachkräfte, die einen Schulhund verantwortungsvoll einführen möchten – mit Blick auf das Wohl des Hundes, die Bedürfnisse der Kinder und die Realität des Schulalltags.

Wer sich intensiver mit dem Gedanken an einen Schulhund beschäftigt, merkt schnell: Begeisterung allein reicht nicht aus. So wertvoll Schulhundarbeit sein kann – sie bewegt sich immer in einem sensiblen schulischen Rahmen, in dem Verantwortung, Transparenz und rechtliche Klarheit eine zentrale Rolle spielen.

Bevor also über Ausbildung, Methoden oder Materialien nachgedacht wird, stellt sich eine grundlegende Frage:
Darf ein Hund überhaupt Teil des schulischen Alltags werden – und unter welchen Voraussetzungen?

Genehmigung vor Ausbildung – ein oft unterschätzter Schritt

Bevor es bei Schulhundarbeit einführen um Ausbildung, Methoden oder Material geht, steht eine Voraussetzung ganz am Anfang: die Genehmigung. Sie sorgt für Transparenz, nimmt Sorgen ernst und schafft den Rückhalt, den Schulhundarbeit im Alltag wirklich braucht.

Infokasten: Die Genehmigung

Bevor überhaupt über eine Schulhund-Ausbildung nachgedacht wird, steht eine grundlegende Frage im Raum:
Darf ein Hund an dieser Schule überhaupt anwesend sein – und unter welchen Bedingungen?

Wichtig:
E

Eine Ausbildung ersetzt keine schulische Genehmigung. Sie baut auf ihr auf.
Mein Rat aus der Praxis: erst klären, dann ausbilden – nicht umgekehrt.

Typische Schritte (je nach Schule/Bundesland leicht unterschiedlich):

  1. Gespräch und Zustimmung der Schulleitung

  2. Information und Genehmigung durch die Lehrerkonferenz

  3. Einbindung der Schüler*innenvertretung

  4. Information und Genehmigung durch die Schulkonferenz

  5. Eignungs-/Wesensbeurteilung und Nachweise (z. B. Tierarzt, Versicherung)

Diese Schritte sind nicht „Bürokratie um der Bürokratie willen“, sondern schaffen Sicherheit und Akzeptanz – für Kinder, Eltern, Kollegium und den Hund.

Warum dieser Schritt so wichtig ist

Eine Schulhund-Ausbildung ist zeitintensiv, kostenpflichtig und persönlich anspruchsvoll.
Ohne eine vorherige Genehmigung besteht die Gefahr, viel Energie zu investieren, ohne den Hund später tatsächlich einsetzen zu dürfen.

Aus meiner Erfahrung heraus ist dieser frühe Klärungsprozess jedoch weit mehr als eine formale Hürde. Er zwingt dazu, das eigene Vorhaben zu reflektieren, Fragen zu beantworten und das Konzept von Anfang an transparent und professionell darzustellen.

Genau das habe ich als sehr hilfreich erlebt.

Persönliche Erfahrung aus meiner Praxis

Bevor ich mit der Schulhund-Ausbildung begonnen habe, habe ich den geplanten Einsatz von Happy Joe Schritt für Schritt in der Schule vorgestellt.
Dazu gehörten Gespräche mit der Schulleitung, eine Präsentation in der Lehrerkonferenz sowie die Einbindung der schulischen Gremien bis hin zur Schulkonferenz.

Erst als klar war, dass der Hund grundsätzlich an der Schule akzeptiert wird, war für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt zu gehen und in eine qualifizierte Schulhund-Ausbildung zu investieren.

(Und ja – in der Schulkonferenz war Happy Joe bereits dabei. Noch bevor ich richtig angefangen hatte zu erklären, hatte er die Runde längst für sich gewonnen.)

Merke:
Genehmigung ermöglicht Anwesenheit –
Ausbildung legitimiert den pädagogischen Einsatz.

In diesem Video zeige ich, wie ich Happy Joe in der Lehrerkonferenz vorgestellt habe und welche Fragen dabei wirklich eine Rolle gespielt haben.

Wenn die grundsätzliche Genehmigung steht, stellt sich die nächste Frage:

Wie wird aus einer guten Idee ein tragfähiges Schulhund-Team – mit Qualifikation, Zeitplanung und echter Verantwortung?

Schulhund-Ausbildung – Qualifikation, Zeit & Verantwortung

Eine Schulhund-Ausbildung ist weit mehr als ein Kurs „mit Hund“. Sie ist eine bewusste Entscheidung für zusätzliche Verantwortung – fachlich, organisatorisch und ganz persönlich.

Ein Schulhund im Schulalltag einführen bringt viele Chancen mit sich, aber auch klare Verpflichtungen. Für mich war deshalb von Anfang an klar: Wenn ich diesen Weg gehe, dann mit einer fundierten Ausbildung, die nicht nur den Hund in den Blick nimmt, sondern auch meine Rolle als Lehrkraft.

Eine gute Schulhund-Ausbildung vermittelt nicht nur Methoden für den Unterricht mit Hund. Sie schult vor allem den Blick für Situationen im Schulalltag:
Wann ist ein Einsatz sinnvoll?
Wann braucht der Hund Ruhe?
Und wann ist es professionell, bewusst auf den Hund zu verzichten?

Zeit, Engagement und Eigenverantwortung spielen dabei eine zentrale Rolle. Schulhundarbeit lässt sich nicht „nebenbei“ organisieren. Sie braucht Vorbereitung, Reflexion und die Bereitschaft, den eigenen Unterricht immer wieder neu zu betrachten.

Wie diese Ausbildung für mich konkret aussah – und warum ich mich bewusst für genau diesen Weg entschieden habe – ordne ich im nächsten Abschnitt persönlich ein.

Meine Schulhund-Ausbildung – persönliche Einordnung

Die Entscheidung für eine Schulhund-Ausbildung habe ich nicht leichtfertig getroffen. Mir war früh bewusst, dass ein Hund im Unterricht mehr bedeutet als zusätzliche Motivation oder eine schöne Idee. Es bedeutet Verantwortung – für ein Lebewesen, für die Kinder und für den schulischen Rahmen.

Auf die Schulhund-Ausbildung bei Projekthunde Deutschland bin ich aufmerksam geworden, weil sie als Lehrerfortbildung beim Ministerium für Schule und Unterricht des Landes NRW geführt wird. Dieser Umstand war für mich ein wichtiges Qualitätsmerkmal und hat meine Entscheidung maßgeblich beeinflusst.

Die Ausbildung selbst war anspruchsvoll – fachlich wie organisatorisch. Sie umfasste sowohl fundierte theoretische Inhalte als auch eine Theorieprüfung und eine praktische Prüfung im Unterricht. Ja, das Schulhund-Team erhält tatsächlich einen Unterrichtsbesuch – vergleichbar mit einer Prüfungssituation aus dem Referendariat. Diese Praxisnähe habe ich als sehr wertvoll erlebt.

Sowohl die Kosten der Ausbildung als auch der zeitliche Aufwand wurden vollständig von mir privat getragen. Neben festen Ausbildungsanteilen gehörten auch intensive Phasen der Vorbereitung, Reflexion und Heimarbeit dazu. Rückblickend war genau das wichtig: Schulhundarbeit lässt sich nicht delegieren oder „abkürzen“. Sie verlangt Zeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder zu hinterfragen.

Besonders hilfreich war für mich, dass die Ausbildung nicht nur auf den Hund fokussiert war, sondern meine Rolle als Lehrkraft bewusst mit einbezogen hat. Themen wie Stresssignale, Hygiene, rechtliche Rahmenbedingungen und pädagogische Einbindung wurden nicht abstrakt vermittelt, sondern praxisnah und realistisch.

Diese Ausbildung hat mir Sicherheit gegeben – nicht, um möglichst viel mit Hund zu machen, sondern um einschätzen zu können, wann ein Einsatz sinnvoll ist und wann nicht. Genau das empfinde ich heute als größte Stärke.

Schulhund liegt ruhig auf einer Matte im Klassenzimmer während Schülerinnen und Schüler konzentriert arbeiten

Einordnung der Ausbildungsinhalte

Damit Schulhundarbeit im Schulalltag tragfähig bleibt, reicht es nicht aus, dass ein Hund „lieb“ oder gut erzogen ist. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Fachwissen, Beobachtungsgabe und pädagogischer Verantwortung. Genau hier setzen die Inhalte einer fundierten Schulhund-Ausbildung an.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der tiergestützten Pädagogik im schulischen Kontext. Dabei wurde sehr deutlich: Ein Schulhund ist kein Therapiehund und ersetzt weder Fördermaßnahmen noch pädagogische Beziehungsarbeit. Er ergänzt sie – dann, wenn er bewusst, reflektiert und mit klaren Grenzen eingesetzt wird.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil war das Lesen und Einordnen von Stresssignalen beim Hund. Gerade im lebhaften Schulalltag ist es entscheidend, früh zu erkennen, wann ein Hund überfordert ist oder Rückzug braucht. Diese Sensibilität schützt nicht nur den Hund, sondern sorgt auch für Sicherheit im Unterricht.

Auch Hygiene, rechtliche Rahmenbedingungen und Versicherungsthemen nahmen einen festen Platz ein. Das mag zunächst trocken klingen, ist im schulischen Alltag jedoch unverzichtbar – insbesondere im Austausch mit Eltern, Kollegium und Schulleitung.

Sehr wertvoll empfand ich zudem die konsequent praktische Ausrichtung der Ausbildung:
Der Hund wird nicht „für den Unterricht dressiert“, sondern schrittweise an Situationen herangeführt. Gleichzeitig lernt die Lehrkraft, Unterricht neu zu strukturieren, Einsätze bewusst zu planen – und auch einmal bewusst darauf zu verzichten. Gerade hier habe ich viele Impulse für meinen eigenen Unterricht mitgenommen.

Insgesamt haben mir die Ausbildungsinhalte geholfen, Schulhundarbeit nicht als Methode zu verstehen, sondern als Haltung: aufmerksam, flexibel und immer mit dem Blick auf alle Beteiligten.

Schulhund einführen – Start, Regeln & erste Schritte

Die Einführung eines Schulhundes beginnt nicht mit dem ersten Schultag des Hundes – sondern lange davor.

Bevor ein Hund regelmäßig im Schulalltag präsent ist, braucht es Klarheit, Struktur und ein gemeinsames Verständnis darüber, was Schulhundarbeit leisten kann – und wo ihre Grenzen liegen.

Ein gelungener Start entscheidet maßgeblich darüber, ob Schulhundarbeit als Bereicherung erlebt wird oder ob Unsicherheiten entstehen, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Der richtige Zeitpunkt – nicht alles auf einmal

Gerade am Anfang liegt der größte Fehler oft im guten Willen: alles sofort richtig machen zu wollen.

Aus meiner Erfahrung heraus ist Zurückhaltung in der Startphase keine Schwäche, sondern eine große Stärke. Ein Schulhund muss weder sofort sichtbar noch regelmäßig oder aktiv eingesetzt werden.

Bewährt haben sich stattdessen:

  • kurze, klar begrenzte Einsätze

  • feste Rituale statt spontaner Ideen

  • bewusste Pausen für den Hund

  • transparente Kommunikation nach außen

Ein Schulhund wächst in seine Rolle hinein – genauso wie die Lerngruppe.

Regeln als Grundlage – nicht als Einschränkung

Regeln im Schulhund-Kontext dienen nicht der Kontrolle, sondern dem Schutz:
dem Schutz des Hundes, der Sicherheit der Kinder und der Verlässlichkeit für alle Beteiligten.

Wichtiger als die Anzahl der Regeln ist ihr Sinnverständnis.
Kinder akzeptieren Regeln deutlich besser, wenn sie deren Zweck verstehen.

Beim Einführen eines Schulhundes sind klare Regeln entscheidend.

  • Kontakt erfolgt nur nach Einladung, niemals ungefragt

  • der Hund hat einen festen Rückzugsort, der respektiert wird

  • Ruhephasen sind verbindlich

  • Füttern, Locken oder Hochheben ist nicht erlaubt

Regeln schaffen keinen Abstand – sie ermöglichen Vertrauen.

Wie diese Grundgedanken bei uns konkret umgesetzt wurden, möchte ich im nächsten Abschnitt zeigen – ganz praktisch und Schritt für Schritt.

Unser ganz persönlicher Weg: Schritt für Schritt statt alles auf einmal

Regeln im Schulhund-Kontext sind kein Selbstzweck.
Sie dienen dem Schutz des Hundes, der Sicherheit der Kinder und der Verlässlichkeit für alle Beteiligten.

Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Regeln, sondern ihr Sinn und das Verständnis für die jeweiligen Regeln.

Ein Schulhund lässt sich nicht spontan einführen, sondern nur Schritt für Schritt.

1. Vorbereitung des Hundes – ohne Schulbetrieb, ohne Erwartungen

Happy Joe wurde nicht irgendwann „einfach mitgenommen“.
Seine Heranführung an die Schule begann sehr früh und sehr behutsam – lange bevor an echten Unterricht zu denken war.

Schon im Welpenalter habe ich ihn an die schulischen Räumlichkeiten gewöhnt:
am Wochenende, in einer menschenleeren Schule, ohne Geräusche, ohne Kinder, ohne Aufgaben.
Wir gingen gemeinsam durch Flure, betraten Klassenräume, blieben kurz, gingen wieder.
Kein Training, kein Ziel – nur Ankommen, wahrnehmen, gehen.

Erst später folgten sehr kurze und klar begrenzte Einsätze in einer bewusst vorbereiteten Klasse:
eine einzelne Schulstunde, feste Rituale, klare Abläufe.
Mein Mann oder mein Sohn brachten Happy Joe und holten ihn anschließend wieder ab.
Der restliche Unterrichtstag fand bewusst ohne Hund statt.

Diese langsame Annäherung war kein Zufall.
Sie hat Happy Joe Sicherheit gegeben – und den Kindern Zeit, ihn als Lebewesen mit Bedürfnissen kennenzulernen, nicht als Attraktion.



In diesem folgenden Video üben wir ruhig und strukturiert in der Schule – bewusst ohne Schülerinnen und Schüler.
So bereiten wir unseren Schulhund Schritt für Schritt auf den späteren Einsatz im Unterricht vor.

2. Vorbereitung einer einzelnen Klasse – nicht der ganzen Schule auf einmal

Parallel zur Vorbereitung des Hundes habe ich mich auf eine einzige Lerngruppe konzentriert.
Nicht die gesamte Schule, nicht mehrere Klassen gleichzeitig.

Diese Klasse wurde Schritt für Schritt vorbereitet:

• Bedürfnisse eines Hundes verstehen
Als Einstieg nutzte ich einen Denkanstoß, um gemeinsam zu klären:
Was braucht ein Hund? Wann möchte er Ruhe? Was bedeutet Verantwortung?
(Dazu entstand später ein kleines Arbeitsmaterial aus der Praxis.)

• Regeln gemeinsam erarbeiten – nicht alle auf einmal
Die Regeln wurden nicht in einer Stunde „abgearbeitet“.
Sie entstanden nach und nach, angepasst an das Verständnis der Kinder.
So konnten sie wachsen – und wurden nicht als starres Regelwerk erlebt. (Regelposter)

• Regeln sichtbar machen
Um die Regeln im Alltag präsent zu halten, gestalteten die Kinder eine gemeinsame Visualisierung – eine Collage aus Zeichnungen, Fotos und Symbolen.
So wurden die Regeln Teil des Klassenraums, nicht nur ein Aushang.

• Transparente Information vor dem ersten Schultag mit Hund
Bevor Happy Joe zum ersten Mal eine belebte Schule betrat, wurden alle Schüler und Lehrkräfte durch ein Plakat informiert:
Wer kommt? Wann? Was ist wichtig zu wissen? (Gefahren durch Müll, Fütterung, Rennen, Stress durch Rufen des Hundes)

Diese Vorbereitung hat viel Ruhe in den Prozess gebracht – und Unsicherheiten deutlich reduziert.

Warum sich dieser Weg für uns bewährt hat

Rückblickend war genau diese Kombination entscheidend:

  • ein Hund, der ohne Druck ankommen durfte

  • Kinder, die vorbereitet waren und Verantwortung übernehmen konnten

  • klare Strukturen statt spontaner Ideen

Schulhundarbeit begann dadurch nicht mit Aufregung, sondern mit Verlässlichkeit.

Und genau das hat den späteren Schulalltag getragen.

Start mit dem Schulhund im Unterricht – Schritt-für-Schritt-Übersicht von Genehmigung bis erste Einsätze

Wohin mit dem Hund im Klassenzimmer?

Ruhezone als Voraussetzung für gelingende Schulhundarbeit

Ein Schulhund braucht im Klassenraum einen festen Ort, an den er sich zurückziehen kann.
Diese Ruhezone ist kein „Liegeplatz für zwischendurch“, sondern ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Schulhundarbeit. Hier darf der Hund schlafen, beobachten, abschalten – und vor allem: in Ruhe gelassen werden.

Wie diese Ruhezone konkret aussieht, hängt stark von den schulischen Rahmenbedingungen ab.

Schulhund im Unterricht: Schulhund in geschützter, mobiler Ruhezone im Klassenzimmer in der Sek 1

Unterschiedliche Voraussetzungen – unterschiedliche Lösungen

In Schulen mit Lehrerraumprinzip ist die Einrichtung einer festen Ruhezone vergleichsweise einfach:
Der Hund bleibt überwiegend im selben Raum, die Klasse wechselt.

In der Sekundarstufe I ohne Lehrerraumprinzip sieht der Alltag oft anders aus.
Auch bei mir bedeutet das: stündlicher Raumwechsel – gemeinsam mit dem Hund, durch volle Flure, Treppen und enge Gänge.

Damit war klar:
Eine klassische, große Transportbox als dauerhafte Lösung ist für unseren Schulalltag nicht praktikabel.

Warum eine klassische Hundebox für uns nicht gepasst hat

Eine Hundebox kann grundsätzlich eine sehr gute Ruhezone sein – vor allem bei festen Räumen.
Für unseren Alltag sprachen jedoch mehrere Kriterien dagegen:

  • Gewicht: schwer zu tragen, vor allem mehrfach am Tag

  • Platzbedarf: sperrig in vollen Klassenräumen

  • Transport: kaum sicher durch volle Flure zu bewegen

Für meinen Unterricht brauchte ich eine Lösung, die leicht, flexibel und schnell einsetzbar ist – ohne Stress für Hund oder Schüler.

Unsere Lösung aus der Praxis: eine mobile Ruhezone

Ich habe mich schließlich bewusst für eine alternative Lösung entschieden und ein *Kleinkind-Bällebadezelt zweckentfremdet.
Diese Entscheidung hat sich für uns sehr bewährt.

Die Vorteile im Schulalltag:

  • sehr leicht

  • preiswert

  • platzsparend dünn zusammenklappbar, passt einfach hinter den Klassenschrank

  • schnell aufgebaut

  • auch von Schüler*innen handhabbar

  • bietet dem Hund eine klare visuelle Abschirmung

Ich habe insgesamt *Kleinkind-Bällebadezelt angeschafft und sie zusammengeklappt hinter Klassenschränken deponiert.
So ist in jedem regelmäßig genutzten Raum eine Ruhezone verfügbar, ohne dass ich etwas durch das Gebäude tragen muss.

Der Hund kennt diesen Ort klar als seinen Rückzugsraum – und die Kinder ebenfalls.

Schulhund Happy Joe liegt entspannt in seinem Rückzugszelt im Klassenzimmer

Ein wichtiger Punkt: Die Ruhezone ist tabu

Von Anfang an war klar:

  • Die Ruhezone gehört dem Hund

  • Sie wird nicht betreten

  • Sie wird nicht kommentiert

  • Sie ist kein Beobachtungsplatz

Gerade diese klare Abgrenzung hat viel Ruhe in den Unterricht gebracht.
Die Kinder lernen sehr schnell, dass Rücksichtnahme bedeutet, etwas Schönes nicht ständig verfügbar zu machen.

Die hier beschriebene Lösung ist eine rein persönliche Erfahrung aus unserem Schulalltag.
Wenn ich Produkte oder Materialien verlinke, dann nur, weil sie sich für uns bewährt haben – nicht, weil sie zwingend notwendig sind. Jede Schule und jede Lerngruppe braucht ihre eigene Lösung.

Einen Schulhund einführen: Organisation & Sicherheit im Schulalltag

Türschild: Sicherheit durch Information

Im Schulalltag kommen immer wieder Kolleginnen, Kollegen oder Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen in den Raum.
Gerade dann ist es wichtig, vorab zu informieren – um Unsicherheit oder Erschrecken zu vermeiden.

Deshalb arbeite ich mit einem abnehmbaren Türschild, das an der Türklinke hängt, wenn der Schulhund im Raum ist.
So weiß jede eintretende Person sofort: Hier ist ein Hund anwesend.

Das Türschild:

  • wird zu Unterrichtsbeginn aufgehängt

  • signalisiert ruhig und eindeutig die Situation

  • schafft Sicherheit für alle Beteiligten

Bei mir hängt das Schild ansonsten gut sichtbar an der Pinwand.
Ein fest eingeteilter Türschild-Dienst übernimmt das Aufhängen selbstständig und zuverlässig.

Schulhund einführen bedeutet Verantwortung - der Hundedienst

Schulhundarbeit bedeutet nicht nur Anwesenheit, sondern gelebte Verantwortung.

In jeder Klasse gibt es feste Aufgaben:

  • ein Kind sorgt für frisches Wasser

  • ein Kind bereitet den Ruheplatz / das Hundezelt vor

  • zu Beginn der Schulhundzeit unterstützte ein weiteres Kind gezielt die positive Verstärkung erwünschten Verhaltens

Diese Aufgaben sind freiwillig, klar geregelt und werden sehr ernst genommen.
Für viele Kinder ist das eine wertvolle Erfahrung: Ich bin verantwortlich – und mein Handeln hat Wirkung.

Materialien aus der Praxis – Unterstützung für Schule, Eltern & Kollegium

Im Laufe unseres Weges zum Schulhund-Team habe ich gemerkt, dass viele Unsicherheiten nicht am Hund selbst entstehen, sondern an fehlenden Informationen. Fragen von Kolleginnen und Kollegen, Eltern und schulischen Gremien wiederholen sich – oft unabhängig von Schulform oder Bundesland.

Aus genau diesen Erfahrungen sind mehrere Materialien entstanden, die ich inzwischen bei Eduki zur Verfügung stelle. Sie basieren nicht auf theoretischen Idealvorstellungen, sondern auf realen Gesprächen, Rückfragen und Konferenzen aus dem Schulalltag.

1. Präsentation für die Lehrerkonferenz

Für die Vorstellung unseres Schulhundes in der Lehrerkonferenz habe ich eine ausführliche Präsentation erstellt. Sie zeigt den geplanten Einsatz, thematisiert Verantwortung, Sicherheit, rechtliche Aspekte und den Schutz des Hundes.
Die Präsentation ist editierbar (PowerPoint & Keynote) und kann an die eigene Schule angepasst werden.

2. Schriftliche Vorlage für die Schulpflegschaft

Ergänzend zur Präsentation habe ich eine schriftliche Vorlage für die Schulpflegschaft entwickelt. Sie eignet sich besonders für Gremien, die Informationen gesammelt, nachvollziehbar und ohne Präsentation erhalten möchten.

3. Elternbrief zum Schulhund-Einsatz

Da Eltern sehr unterschiedliche Informationsbedürfnisse haben, ist zusätzlich ein editierbarer Elternbrief entstanden. Er liegt in verschiedenen Designs und sprachlichen Stilen vor – sachlich, erklärend oder bewusst niedrigschwellig – und kann an die jeweilige Schulsituation angepasst werden.

Alle Materialien verfolgen dasselbe Ziel:
Transparenz schaffen, Sorgen ernst nehmen und Schulhundarbeit nachvollziehbar erklären – ohne zu beschönigen, aber auch ohne unnötig zu verunsichern.

Ergänzende Praxisempfehlungen aus meinem Schulalltag

Neben Unterrichtsmaterialien spielen im Schulhund-Alltag auch ganz praktische Dinge eine Rolle – etwa Ausstattung, Bücher oder kleine Helfer, die sich im schulischen Kontext bewährt haben.

Aus diesem Grund habe ich auf meiner Amazon-Partnerseite eine eigene Rubrik „Schulhund & Lernen mit dem Schulhund“ zusammengestellt. Dort finden sich Produkte und Materialien, die ich selbst im Alltag nutze oder als sinnvoll erlebt habe.

*Zur Amazon-Liste „Schulhund & Lernen mit dem Schulhund“

Die Zusammenstellung versteht sich als persönliche Empfehlung aus der Praxis – nicht als notwendige Voraussetzung für Schulhundarbeit. Jede Schule und jedes Schulhund-Team braucht eigene, passende Lösungen.

Ergänzend dazu finden sich auf der ersten Schulhund-Seite grundlegende Informationen zum pädagogischen Einsatz sowie auf der Lagotto-Seite persönliche Einblicke in unsere Arbeit mit Happy Joe.

Besondere Unterrichtssituationen

Wann ein Schulhund bewusst pausiert...

Ein Schulhund gehört zum Schulalltag – aber nicht zu jeder Situation.
Eine der wichtigsten Erfahrungen, die ich im Laufe der Zeit gemacht habe, ist diese: Nicht jeder Unterrichtstag ist automatisch ein Schulhund-Tag.

Es gibt Phasen im Schuljahr, in denen andere Dinge im Vordergrund stehen. Klassenarbeiten, Prüfungen, sehr unruhige Tage, Vertretungssituationen oder außergewöhnliche Ereignisse im Schulalltag können gute Gründe sein, den Hund bewusst nicht mitzunehmen. Diese Entscheidung ist kein Rückschritt und auch kein Zeichen von Unsicherheit – im Gegenteil.

Gerade für die Kinder ist es eine wertvolle Lernerfahrung zu verstehen, dass Rücksichtnahme auch bedeutet, auf etwas Schönes zu verzichten. Der Schulhund wird dadurch nicht selbstverständlich oder „verfügbar“, sondern bleibt ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Diese Haltung prägt den Umgang der Kinder langfristig oft stärker als jeder geplante Einsatz.

In meiner Praxis habe ich erlebt, dass Kinder diese Entscheidungen sehr gut akzeptieren, wenn sie transparent begründet werden. Häufig entstehen daraus sogar Gespräche über Verantwortung, Achtsamkeit und Grenzen – ganz ohne Hund im Raum.

Ein Schulhund wirkt nicht dadurch, dass er immer da ist.
Er wirkt dadurch, dass sein Einsatz bewusst bleibt.

Aus unserem persönlichen Alltag
Ich persönlich nehme Happy Joe nie zu Klassenarbeiten oder Tests mit in die Schule. Tatsächlich nicht, weil er stören würde.

Um ehrlich zu sein: Es ist eine Form von Selbstschutz. Ich möchte vermeiden, dass bei einer schlecht ausgefallenen Klassenarbeit die Ursache beim Hund gesucht wird.

Gleichzeitig haben Schülerinnen und Schüler immer wieder geäußert, dass sie Happy Joe in solchen Situationen gerne dabeihätten. Ein Originalzitat ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:
„Wenn ich nicht mehr weiterkann, brauche ich nur einmal Joe anzuschauen, dann fällt mir wieder alles ein und ich kann weitermachen.“

Gerade solche Rückmeldungen zeigen mir: Der Hund wirkt – auch dann, wenn er bewusst nicht anwesend ist.

Vertretungsstunden & unbekannte Klassen – Sicherheit für alle Beteiligten

Vertretungsstunden gehören zum Schulalltag – mit oder ohne Schulhund. Für mich war früh klar, dass diese Situationen besondere Aufmerksamkeit erfordern. Unbekannte Lerngruppen bringen Unsicherheiten mit sich: für die Schülerinnen und Schüler, für den Hund und auch für mich als Lehrkraft.

Mein persönlicher Weg hat sich hier klar bewährt:
Zu Beginn einer Vertretungsstunde bleibt der Hund grundsätzlich angeleint. Das gibt insbesondere ängstlichen Kindern Sicherheit und verhindert unvorhersehbare Situationen. Erst nach einer ruhigen Einführung in Verhalten, Bedürfnisse und Regeln des Hundes entscheide ich gemeinsam mit der Lerngruppe, ob die Leine gelöst wird.

Dabei ist mir eines besonders wichtig:
Alle müssen sich sicher fühlen. Nicht die Mehrheit entscheidet, sondern die Atmosphäre. Wenn Unsicherheiten bleiben, bleibt der Hund angeleint oder zieht sich in seine Ruhezone zurück. Auch das ist völlig in Ordnung.

Diese Vorgehensweise schützt alle Beteiligten:

  • Schülerinnen und Schüler fühlen sich ernst genommen

  • der Hund wird nicht in stressige Situationen gedrängt

  • ich behalte die Kontrolle über den pädagogischen Rahmen

Gerade in unbekannten Klassen zeigt sich, wie wichtig klare Rituale und eine ruhige Einführung sind. Ein Schulhund muss nichts „leisten“, um da zu sein. Seine Anwesenheit darf sich entwickeln – oder bewusst begrenzt bleiben.

Aus Erfahrung kann ich sagen: Diese Zurückhaltung schafft Vertrauen. Und aus diesem Vertrauen entsteht oft später eine große Offenheit – ohne Druck, ohne Erwartungen und ohne Risiko.

Schulhund im Unterricht: ausgebildeter Schulhund bewegt sich ruhig durch ein Klassenzimmer

Umgang mit ängstlichen Schülern – Sicherheit vor Nähe

Angst vor Hunden ist nichts Ungewöhnliches – und sie ist kein Hindernis für Schulhundarbeit. Sie ist ein Signal, das ernst genommen werden muss. Für mich beginnt verantwortungsvoller Schulhundeinsatz deshalb immer mit einem klaren Grundsatz:
Niemand muss Nähe aushalten.

In einer neuen Lerngruppe bleibt Happy Joe zunächst angeleint. Nicht, weil er unsicher wäre, sondern um den Schülerinnen und Schülern Sicherheit zu geben. Bevor der Hund sich überhaupt frei im Raum bewegt, ist mir wichtig, dass die Kinder verstehen, wie ein Hund seine Umwelt wahrnimmt – und warum bestimmte Situationen für Menschen ungewohnt wirken können.

Ein Hund ist kein Augentier – sondern ein Nasentier

Bevor der Hund frei im Raum ist, spreche ich mit den Schülern über Wahrnehmung. Dafür nutze ich immer dieselbe kleine Gedankenübung:

Stellt euch vor, die Schulleitung kommt gleich mit einem neuen Schüler in den Raum.

Bevor er hereinkommt, bekommen aber alle eine Augenbinde um.
Ihr hört Schritte, jemand kommt näher und setzt sich direkt neben euch.
Wie fühlt sich das an?

Die Reaktionen sind meist sehr eindeutig.

Fast alle sagen sofort: „Das wäre total unangenehm.“
Viele beschreiben Unsicherheit, Unruhe oder ein mulmiges Gefühl.

An diesem Punkt erkläre ich den Kindern, dass Hunde ihre Umwelt anders wahrnehmen als wir Menschen. Während wir uns vor allem über das Sehen orientieren, ist für Hunde der Geruch entscheidend. Um eine Gruppe kennenzulernen, macht ein Hund deshalb etwas ganz Hundetypisches: Er riecht.

Ganz konkret bedeutet das:
Wenn Happy Joe eine neue Klasse kennenlernt, möchte er jeden Schüler einmal „abspeichern“ – durch kurzes Schnuppern. Nicht aus Neugier im menschlichen Sinne, sondern um zu verstehen, wer hier dazugehört.

Sicherheit vor Nähe – immer

Genau an dieser Stelle halte ich bewusst inne.

Ich frage die Klasse offen:
„Könnt ihr euch vorstellen, dass Happy Joe einmal durch die Reihen geht und jeden kurz beschnuppert?
Und wenn nicht – was bräuchtet ihr, um euch sicher zu fühlen?“

Erst wenn alle Schülerinnen und Schüler sagen können, dass sie das aushalten oder zumindest beobachten möchten, wird die Leine gelöst. Dann gehe ich gemeinsam mit Happy Joe ruhig durch die Reihen – langsam, vorhersehbar und ohne Überraschungen.

Was, wenn einzelne Kinder auch nach mehreren Stunden kein Vertrauen haben?

Auch das kommt vor. Und auch das ist vollkommen in Ordnung.

Für diese Situationen habe ich über die Jahre eine Lösung entwickelt, die sich sehr bewährt hat – ohne Druck, ohne Überreden:

Der betroffene Schüler darf

  • sich auf den Tisch setzen

  • und – wenn es sich besser anfühlt – sogar die Beine hochnehmen

Diese erhöhte Position schafft Abstand und Kontrolle. Der Schüler kann beobachten, ohne selbst Teil der Situation zu sein. Happy Joe geht währenddessen ganz normal durch die Klasse – ohne den Schüler gezielt zu beachten.

Aus meiner Erfahrung passiert dann etwas sehr Spannendes:
Spätestens in der nächsten Stunde sitzen diese Schüler meist wieder ganz selbstverständlich auf ihrem Stuhl. Sie haben gesehen, was passiert. Sie haben erlebt, dass nichts Unvorhersehbares geschieht.

Vertrauen entsteht nicht durch Nähe – sondern durch Beobachtung und Zeit.

Was Schüler dabei ganz nebenbei lernen

Diese Vorgehensweise hat einen wichtigen Nebeneffekt:
Die Klasse lernt, dass Rücksichtnahme nicht verhandelbar ist. Dass Bedürfnisse unterschiedlich sind. Und dass Sicherheit immer Vorrang hat – auch dann, wenn etwas eigentlich spannend oder schön wäre.

Ein Schulhund muss niemanden überzeugen.
Er darf einfach da sein – in einem Rahmen, der Sicherheit schafft.

Und ganz nebenbei werden auf diese Weise langfristig auch Ängste gegenüber Hunden abgebaut – nicht durch Zwang, sondern durch Erfahrung.

Sicherheit für den Schulhund im Klassenraum

… ein oft unterschätzter, aber zentraler Aspekt

Schulhund liegt ruhig im Klassenzimmer zwischen Schultischen und unterstützt eine konzentrierte Lernatmosphäre

Im Schulalltag denken wir verständlicherweise zuerst an die Sicherheit der Kinder.
Beim Einsatz eines Schulhundes kommt jedoch eine zweite Perspektive hinzu, die genauso wichtig ist: die Sicherheit des Hundes.

Ein Klassenraum ist kein ruhiger Ort. Stühle kippeln, Taschen stehen im Gang, Bücher oder Zirkel rutschen vom Tisch, Radiergummis oder Stifte fallen zu Boden. Was für uns alltäglich und harmlos wirkt, kann für einen Hund schnell zur Gefahr werden.

Ein Schulhund hält sich überwiegend in Bodennähe auf – genau dort, wo Gegenstände herunterfallen, Füße unachtsam bewegt werden oder Material liegen bleibt. Auch Müll im Klassenraum oder Essensreste können problematisch sein, insbesondere dann, wenn sie für Hunde ungeeignet oder sogar gesundheitlich gefährlich sind. Kaugummis mit bestimmten Süßstoffen sind hier ein bekanntes Beispiel.

Deshalb gehört zur Schulhundarbeit nicht nur der Schutz der Kinder, sondern auch die bewusste Sensibilisierung der Schüler für mögliche Gefahrenlagen des Hundes.

Sicherheit ist lernbar – und Teil der Schulhundregeln

Aus meiner Erfahrung reicht es nicht aus, Regeln einmal zu besprechen.
Im Alltag werden Regeln vergessen, Situationen verändern sich und nicht jeder Regelverstoß geschieht absichtlich. Umso wichtiger ist es, dass Sicherheit nicht ständig verbal eingefordert werden muss, sondern sichtbar, verständlich und ruhig erinnert werden kann.

Viele Klassen entwickeln dabei mit der Zeit ein starkes Verantwortungsgefühl. Häufig weisen Schüler sich gegenseitig auf Regeln hin, noch bevor ich als Lehrkraft eingreifen muss. Diese Form von gelebter Verantwortung ist ein zentraler Bestandteil gelingender Schulhundarbeit.

Um diesen Prozess zu unterstützen, habe ich nonverbale Regelkarten entwickelt, die im Unterricht zur Einübung, Festigung und als ruhige Erinnerung eingesetzt werden können – ohne den Unterricht zu unterbrechen oder Kinder bloßzustellen.

Schulhund-Regelkarten – differenziert, zur Einübung, Festigung & nonverbalen Erinnerung

Diese Karten ermöglichen:

  • eine altersgerechte Einführung von Regeln

  • unterschiedliche Zugänge (Regeltext, Schlüsselwort, Frage)

  • eine nonverbale Erinnerung bei Regelverstößen

  • klare, ruhige Kommunikation zum Schutz des Hundes

Gerade im laufenden Unterricht haben sich diese Karten als sehr hilfreich erwiesen – sowohl für die Kinder als auch für mich als Lehrkraft.

Verantwortung schützt – den Hund und die Lerngruppe

Wenn Schüler verstehen, warum Regeln existieren, verändert sich ihr Verhalten nachhaltig.
Sie lernen nicht nur Rücksichtnahme, sondern erleben unmittelbar, dass ihr eigenes Handeln Auswirkungen hat – auf ein Lebewesen, das ihnen vertraut ist.

Sicherheit für den Schulhund ist deshalb kein Zusatzthema.
Sie ist Teil von Beziehung, Verantwortung und gelebtem Lernen im Schulalltag.

FAQ – Häufige Fragen von pädagogischen Fachkräften

Muss jedes Kind Kontakt zum Schulhund haben?

Nein.
Kontakt mit dem Schulhund ist immer freiwillig. Kein Kind muss den Hund anfassen oder sich ihm nähern.

Für die pädagogische Arbeit bedeutet das: Schulhundarbeit funktioniert auch dann, wenn einzelne Schüler ausschließlich beobachten oder bewusst Abstand halten. Nähe ist kein Ziel, sondern ein Angebot.

Angst vor Hunden ist kein Störfaktor, sondern ein wichtiger Hinweis für die Gestaltung des Einsatzes.

In neuen Lerngruppen bleibt der Hund zunächst angeleint. Nähe wird langsam aufgebaut und nur dann zugelassen, wenn alle Beteiligten sich sicher fühlen. Beobachtung ist jederzeit erlaubt – und oft der entscheidende Schritt auf dem Weg zu Vertrauen.

Gerade hier zeigt sich die Qualität eines Schulhundkonzepts: Sicherheit hat Vorrang vor Gewöhnung.

Allergien müssen vorab abgeklärt und ernst genommen werden.
In der Praxis ist direkter Körperkontakt jedoch keine Voraussetzung für Schulhundarbeit. Eine Auswahl einer allergiearmen Hunderasse für den Schulhundeinsatz kann hilfreich sein.

Klare Hygieneregeln, feste Strukturen und freiwillige Nähe ermöglichen in vielen Fällen einen verantwortungsvollen Einsatz – auch bei sensiblen Lerngruppen.

Ja – bei klaren Regeln und Zuständigkeiten.

Dazu gehören u. a.:

  • regelmäßige tierärztliche Kontrollen

  • klare Hygieneabsprachen im Unterricht

  • transparente Kommunikation im Kollegium

Hygiene ist kein Zusatzthema, sondern Teil der professionellen Vorbereitung.

Dann bleibt er zu Hause oder zieht sich konsequent zurück.

Ein Schulhund muss nichts leisten.
Die Fähigkeit, einen Einsatz bewusst abzusagen, ist kein Mangel an Professionalität – sondern ein Zeichen davon.

Nein.

Bei Klassenarbeiten, Prüfungen, sehr unruhigen Phasen oder besonderen Belastungen ist ein Einsatz oft nicht sinnvoll. Schulhundarbeit lebt von bewusster Auswahl – nicht von Gewohnheit.

In unbekannten Lerngruppen bleibt der Hund zunächst angeleint.
Erst nach einer ruhigen Einführung in Verhalten, Bedürfnisse und Regeln wird gemeinsam entschieden, ob mehr Nähe möglich ist.

Nicht Zustimmung der Mehrheit, sondern die Atmosphäre ist entscheidend.

Die Verantwortung liegt immer bei der Lehrkraft.

Schüler können unterstützende Aufgaben übernehmen (z. B. Hundedienst), jedoch niemals Aufsicht oder Entscheidungsverantwortung. Der Hund bleibt jederzeit unter der Kontrolle der ausgebildeten Bezugsperson.

Nein.

Ein Schulhund benötigt mehr als Grundgehorsam. Entscheidend sind Fachwissen, Beobachtungsgabe, Reflexion und die Fähigkeit, Einsätze bewusst zu steuern – auch durch Nicht-Einsatz.

Eine fundierte Schulhund-Ausbildung unterstützt genau diese Kompetenzen.

Nein.

Schulhundarbeit gehört zur tiergestützten Pädagogik, nicht zur Therapie.
Der Hund ersetzt keine Fördermaßnahmen, keine Diagnostik und keine pädagogische Beziehung – er begleitet sie.

Weil sie anders wirkt als klassische Methoden.

Ein Schulhund bewertet nicht.
Er motiviert ohne Leistungsdruck.
Und er schafft Lernräume, die wir als Lehrkräfte allein nicht öffnen können.

Seine Wirkung entsteht leise – aber nachhaltig.

Kurzfazit für pädagogische Fachkräfte

Schulhundarbeit ist kein Zusatzprogramm, sondern eine Haltung:
achtsam, reflektiert und verantwortungsvoll.

Wenn diese Haltung getragen wird, kann ein Schulhund den Schulalltag bereichern – ohne ihn zu dominieren.

Persönlicher Abschluss – Schulhundarbeit wächst mit Erfahrung

Einen Schulhund einzuführen bedeutet nicht, alles von Anfang an perfekt zu machen.
Es bedeutet, bereit zu sein zu lernen – gemeinsam mit dem Hund, mit den Schülern und auch mit sich selbst.

Rückblickend war für mich nicht entscheidend, wie viel Happy Joe im Unterricht „gemacht“ hat, sondern wie bewusstwir miteinander umgegangen sind. Viele der Situationen, die heute selbstverständlich wirken, haben sich erst mit der Zeit entwickelt: durch Beobachtung, durch Fehler, durch Gespräche – und durch das Vertrauen, Dinge auch wieder zu verändern.

Schulhundarbeit ist kein starres Konzept.
Sie lebt davon, dass sie zur eigenen Schule passt, zur eigenen Persönlichkeit als Lehrkraft und vor allem zum Hund. Genau deshalb gibt es nicht den einen richtigen Weg – sondern viele verantwortungsvolle.

Wenn du selbst überlegst, einen Schulhund einzusetzen, nimm dir Zeit.
Zeit für Vorbereitung. Zeit für Fragen. Zeit für Zweifel.
All das gehört dazu – und ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Professionalität.

Weiterführende Inhalte & Einblicke

Schulhundarbeit braucht keine großen Bilder und keine Versprechen.
Sie braucht Klarheit, Verantwortung – und die Bereitschaft, sich auf einen gemeinsamen Weg einzulassen.

Wenn dieser Text dich dabei unterstützt hat, ein Stück sicherer zu werden oder eigene Gedanken zu sortieren, hat er genau das erreicht, was er soll.

Und vielleicht beginnt Schulhundarbeit manchmal genau so:
mit einem leisen Gefühl von „Das könnte passen.“

Das Bild zeigt eine Lehrkraft mit ihrem ausgebildeten Schulhund im Unterricht. Der Schulhund befindet sich in seiner Ruhezone im Klassenzimmer und ist Teil des schulischen Alltags, ohne im Mittelpunkt zu stehen. Die Szene verdeutlicht zentrale Prinzipien verantwortungsvoller Schulhundarbeit: Beziehung, Sicherheit, klare Strukturen und der bewusste Schutz der Bedürfnisse des Hundes.

Schulhundarbeit braucht keine großen Bilder und keine Versprechen.
Sie braucht Klarheit, Verantwortung – und die Bereitschaft, sich auf einen gemeinsamen Weg einzulassen.

Wenn dieser Text dich dabei unterstützt hat, ein Stück sicherer zu werden oder eigene Gedanken zu sortieren, hat er genau das erreicht, was er soll.

Und vielleicht beginnt Schulhundarbeit manchmal genau so:
mit einem leisen Gefühl von „Das könnte passen.“


Februar 2026

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